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| ISBN: 3593371014 ISBN: 3593371014 ISBN: 3593371014 ISBN: 3593371014 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die wirkliche Geschichte Afrikas wird erst allmählich geschrieben werden – vielleicht noch in dieser Generation, vielleicht erst in der nächsten oder übernächsten. Das mag auf den ersten Blick mühsam erscheinen, kann aber gerade auch als spannendes Abenteuer erfahren werden: Dem Klang der Ge- schichte mit allen Sinnen lauschen; afrikanische Menschen endlich selbst zu Wort kommen zu lassen, anstatt nur über sie zu reden; Symbole und Zeichen nicht sofort zu übersetzen, sondern in ihrer eigenen Harmonie zu belassen; schließlich zugeben, wenn ich etwas nicht auf Anhieb verstehe. Wer wird sie einmal schreiben – oder erzählen oder singen oder malen? Jene vollständigere Geschich- te eines bunten Afrika, die den vielen und so unterschiedlichen Menschen auf diesem Kontinent, ihren Hoffnungen und Verzweiflungen Achtung zollt? Es werden junge Afrikanerinnen und Afrikaner sein – in einem herausfordernden Dialog mit jungen Historikerinnen und Historikern von anderen Kontinenten. In einer neuen Sprache und mit einem eigenen Verständnis von Geschichte. Dieses Buch bleibt unvollständig und noch immer geprägt von vielen Beschränktheiten. Es will und kann diesem Unterfangen nicht vorgreifen. Es kann im besten Fall bescheiden dazu ermutigen. Und im Nor- den für neue Sichtweisen auf Afrika werben – wohl wissend, wie mächtig Vorurteile und Stereotype im eigenen Kopf sind. Sie abzulegen oder ihnen sogar entgegenzuwirken, ist nicht leicht. Es gibt wenig überzeugende Alternativen. Schließlich: Afrika gibt es in Europa – und umgekehrt. Nicht nur in Produkten und Rohstoffen, Afrika- nerinnen und Afrikaner gehören zum täglichen Bild in vielen Städten Europas. Es gibt Freundschaften und Ehen und manchmal Kinder aus diesen Partnerschaften. Und es hat auch mit einem neuen Ge- schichtsbewusstsein zu tun, wenn sich die Nachfahren afrikanischer Sklaven in Nordamerika zuneh- mend selbstbewusst Afro-Amerikaner nennen und Wiedergutmachungen fordern. Die ganze – auch historische – Wirklichkeit wahrzunehmen, ist immer
auch ein Akt der persönlichen Befreiung. Und das tut gut, weil es uns stärker
macht. Im Süden wie im Norden. |
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